A 27.16.1, Nr. 1 Bericht und Kundschaft über Adelheid Keller aus Uster wegen Verdachts auf Hexerei, 1571.09.22 (Dokument)

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Identifikation und Inhalt

Ref. code:A 27.16.1, Nr. 1
Title:Bericht und Kundschaft über Adelheid Keller aus Uster wegen Verdachts auf Hexerei
Brief:Barbeli Bünthart von Uster, die im Gefängnis in Zürich liegt, berichtet, dass Adelheid Keller aus Uster zwei Pferde von Felix Müller krank gemacht habe, von denen eines gestorben sei und das andere durch einen Mann aus Winterberg wieder gesund gemacht wurde. Als die Kinder der Kellerin bei Kaspar Berchtold in Uster um Almosen gebettelt hätten und ihnen dies versagt blieb, sei am nächsten Tag Berchtolds Kalb krank geworden. Als Berchtold wiederum den Mann aus Winterberg um Hilfe fragte, habe dieser nicht kommen wollen, weil die Kellerin vom Teufel besessen sei ("vollen des bösen vientz"). Ein anderes Mall sei die Kellerin zu Ursula Küng aus Niederuster, die gerade ein Bad nahm, und habe um Mehl gebettelt. Die Küngin hab ihr stattdessen ein Stück Brot gegeben, weil Adelheids Kinder sonst nichts zu essen hätten. Als sie aber nach einer Stunde aus dem Bad steigen wollte, hätte sie nicht mehr stehen können. Als sie den Scherer [Kaspar Weber] um Hilfe fragten, habe dieser gesagt, sie habe die Krankheit von bösen Leuten erhalten. Des weiteren habe sie eine Kuh von Hans Konrad Schneider erlahmen lassen. Schneiders Frau habe die Milch dieser Kuh über ein Feuer gehängt, und als sie dreimal mit einer Haselrute in die Milch schlug, sei sofort Adelheid Keller an ihrer Tür erschienen. Darauf sei die lahme Kuh sofort wieder gesund geworden. Bei einem anderen Vorfall sei Margreth, die Frau von Marti Gyr, von der Kellerin bewirtet worden und habe am nächsten Tag ein geschwollenes Auge gehabt. Die Kellerin habe ihr dann angeboten, das Auge durch Segnen zu heilen, da sie und ihre Schwester diese Fähigkeit hätten, doch Margreth habe sie aus dem Haus gejagt.
Felix Meier von Niederuster sagt, dass zwei seiner Pferde erkrankt seien. Darauf habe er einen Mann namens Peter von Ettenhausen zu Hilfe gerufen. Dieser habe ihm geraten, dem kranken Pferd die hinteren Hufeisen abzunehmen und in des Teufels Namen ins Feuer zu werfen. Als er dies tat, gab es einen grossen Knall, und das kranke Pferd sei wieder gesund geworden. Gemäss Peter sei die Erlahmung durch eine Person herbeigeführt worden, und die einzige Person, die sich auf dem Feld in der Nähe aufgehalten habe, sei Adelheid Keller gewesen. Kaspar Berchtold aus dem Wil sagt, dass eines seiner Kälber erlahmt sei. Auch er habe Peter von Ettenhausen um Rat gefragt. Dieser habe gesagt, er solle dem Kalb an jeder Klaue sowie am Schwanz, auf dem Rücken und an der Stirn ein paar Haare abschneiden und diese in den Teufels Namen in ein Feuer werfen. Nachdem er dies getan habe, sei das Kalb gesund geworden. Er könne niemand anderes zeigen als die Kellerin, die dieses Kalb gelähmt habe. Der Vogt von Greifensee sagt, dass ihm Peter von Ettenhausen von Felix Meiers Pferden und Kaspar Berchtolds Kalb erzählt habe und dass jene Person daran schuld sei, die sie im Verdacht hätten. Der Vogt habe den Beteiligten darauf aufgetragen, die Angelegenheit ruhen zu lassen. Hans Ulrich Schneider von Uster sagt, ihm sei vor zwei Jahren eine Kuh krank geworden. Sie hätten die Milch über Feuer erwärmt und mit einem Stock reingeschlagen. Darauf sei die Kuh gesund geworden, und in diesem Moment sei die Kellerin vor ihrem Haus erschienen. Untervogt Feusi von Uster sagt, als er Adelheid Keller ins Gefängnis überführen sollte, habe er sie zu sich ins Haus genommen. Da habe sein Sohn gesehen, wie die Kellerin etwas in die Schüssel auf dem Herd tat.
Inhalt und Form:Die beigelegte Kundschaft umfasst Aussagen von Felix Meier, dem Müller von Niederuster, Kaspar Berchtold aus dem Wil und Hans Ulrich Schneider von Uster sowie des Vogts von Greifensee, Hans Jakob Rordorf, und des Untervogts von Uster.
Aussagen von weiteren Personen aus dem Bericht von Barbeli Bünthart finden sich in einer anderen Kundschaft (A 27.16.2, Nr. 11).
Creation date(s):9/22/1571
Number:1
Archival Material Types:Dossier

Dokumentspezifische Merkmale

Vermerke und Zusätze:Registraturvermerk: Der Adelheita Kellerin von Uster verübte hexereyen.
Schlagwörter:Hexerei

Weitere Angaben

Former reference codes:Kundschaften und Nachgänge, Trucke 16, Bündel 1, Nr. 1 (Kanzleiregister KAT 44, S. 393)
A 27.159
Provenienz:Stadtkanzlei, Akten des Rates
Level:Dokument
Ref. code AP:A 27.16.1, Nr. 1
 

Related units of description

Related units of description:Siehe:
A 27.16.2, Nr. 11 Kundschaft über Adelheid Keller aus Uster wegen Verdachts auf Hexerei, 1571.09 (ca.) (Dokument)

Siehe:
A 27.15.11, Nr. 36 Adelheita Kellerin von Uster Verdacht wegen Hexerey., 1571 (Dokument)
 

Usage

End of term of protection:9/22/1651
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Physical Usability:Uneingeschränkt
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URL: https://suche.staatsarchiv.djiktzh.ch/detail.aspx?ID=4639851
 

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