C III 4 Bauamt, 1330-1838 (Fonds)

Archive plan context


Ref. code:C III 4
Title:Bauamt
Inhalt und Form:Akten und Urkunden der Rechenrates bzw. des Finanzrates, das Bauamt und Bauwesen betreffend.
Creation date(s):1330 - 1838
Aktenbildner:Das öffentliche Bauwesen unterstand im alten Zürich (und noch bis zur Errichtung einer Baudirektion 1850) dem Rechen- bzw. Finanzrat als einer der wichtigsten Ratskommissionen. Bauherr (Baumeister) war für jeweils sechs Jahre ein Mitglied des Kleinen Rates. Dieser hatte bis 1798 Wohnung und Amtssitz im "Bauhaus" (Kratzquartier, unmittelbar am See). Der Bauherr sollte der Bauverordnung gemäss "Sorge haben zu der Stadt Ringmauern, Thoren, Thürmen, Bruggen, Brunnen und zu allen der Stadt zugehörigen Häusern, und wo dann etwas in Abgang oder sonst zerbrochen, dasselbe durch seine Werkleute herstellen, item wo Burger um Gebäude wider einander spännig, zu Recht sprechen und entscheiden". 1756 wurden das Schanzenamt vom Bauamt getrennt. Angestellte des Bauamtes waren der Steinwerkmeister, der Holzwerkmeister, der Brunnenmeister, der Dachdeckermeister, der Bickelmeister, der Gassenbesetzermeister sowie der Karrer.
1798/1803, mit der Güter- und Pflichtenausscheidung zwischen Stadt und Kanton Zürich, trat neben das staatliche Bauwesen jenes der Stadtgemeinde Zürich.
Fondsgeschichte:Der als "Urkundenabteilung" bezeichnete Fonds C III 4 Bauamt enthält nur einige wenige Pergamente; die überwiegende Mehrzahl der 332 Nummern besteht aus einzelnen oder mehreren Papierakten. Ähnlich verhält es sich auf der inhaltlichen Seite des Fonds: Als eigentliche Urkunden im Sinne von Rechtstiteln oder Zeugnissen formalrechtlicher Natur sind nur wenige der Nummern anzusprechen; die grosse Mehrheit besteht aus anderweitigem Behörden- und Verwaltungsschriftgut.
Zu erläutern ist auch die Bezeichnung "Bauamt". Tatsächlich stammt der Fonds nicht aus dem Bauamt des alten Stadtstaates selbst bzw. aus seinem Baudepartement nach 1803. Vielmehr handelt es sich dabei um Unterlagen der Rechenkanzlei (bis 1798) bzw. der Finanzkanzlei (nach 1803), die das Bauamt und das Bauwesen betrafen. Diese Unterlagen der Rechenkanzlei wurden um 1790 unter dem damaligen Rechenschreiber Werdmüller gesichtet, chronologisch geordnet und in Kopialbänden abgeschrieben (heute: B I 8 - B I 10). Zweifellos wird dabei vieles vernichtet worden sein, was als "unnütz" angesehen wurde, so wie das beispielsweise 1768 geschehen sein dürfte, wie aus C III 4, Nr. 119, hervorgeht.
Der Fonds scheint folgendermassen gewachsen zu sein:

- Nummern 1 bis 258: Unterlagen der alten Rechenkanzlei, das Bauamt bzw. Bauwesen betreffend, geordnet und verzeichnet um 1790 bis 1795.
- Nummern 259 bis 272: Unterlagen aus der Finanzkanzlei nach 1803, dem bestehenden Fonds angefügt wohl zwischen 1803 und 1810.
- Nummern 273 bis 332: Unterlagen der Finanzkanzlei bis 1838, die dem bestehenden Fonds nach 1810 angefügt wurden.

Die überwiegende Mehrheit der Unterlagen stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Einige wenige ältere Urkunden sind zusammen mit dem Ankauf von Häusern für den Staat in die Finanzkanzlei gelangt, so namentlich C III 4, Nr. 304 a, aus dem Jahr 1330. Der Fonds "Bauamt" gibt in erster Linie Auskunft über die Organisation des Bauwesens im alten Zürich, aber auch über die Geschichte einzelner staatlicher Liegenschaften und Häuser.
Die vorstehenden Regesten wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Finanzarchivar Jakob Christoph Kilchsperger (1781-1839) verfasst (KAT 255), im Jahr 2002 von Meinrad Suter (Hettlingen) - in mässiger Anpassung an die heutige Schreibweise - transkribiert, im Jahr 2005 schliesslich in die Datenbank des Staatsarchivs überführt und mit einer Einleitung versehen (Meinrad Suter, StAZH). Die von Jakob Christoph Kilchsperger vorgenommene Gliederung (Orts- und Sachtitel, KAT 255) ist rekonstruierbar durch die Abfrage nach den Begriffen im Feld "Schlagwort".
Publications:- Kopiebücher zum Fonds C III 4 Bauamt: B I 8 - B I 10; Regesten: KAT 255; Urkundenregesten in Karteiform 1350-1523 (Staatsarchiv, Lesesaal); Zürcher Urkundenbuch (bis 1336) sowie Reihe "Urkundenregesten des Staatsarchivs" (seit 1337).

An weiteren Quellen zum Bauwesen im alten Zürich ist unter anderem zu konsultieren:
- A 49.1 - A 49.6 (Akten der Stadtkanzlei zum Bauamt bzw. Bauwesen, 1459-1798)
- B III 117 a - B III 127 s (Satzungs- und Verwaltungsbücher betr. das Bauwesen, 1292-1803)
- F III 4 (Bauamtsrechnungen 1475-1798)
Vergleiche ferner: M 30 (Finanzurkunden ab 1803), Archivabteilung V (Bauwesen 19./20. Jahrhundert).

Hinweis zu Literatur über das Bauwesen im alten Zürich:
- Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Stadt Zürich. Bisher 5 Bände. Von Konrad Escher (1939 und 1949), Christine Barraud Wiener und Peter Jezler (1999), Regine Abegg und Christine Barraud Wiener (2002 und 2003).
- Guex, François: Bruchstein, Kalk und Subventionen. Das Zürcher Baumeisterbuch als Quelle zum Bauwesen des 16. Jahrhunderts. Zürich 1986.
- Vogel, Friedrich: Memorabilia Tigurina (Zürich 1841), S. 31-50, und: Alte Chroniken (Zürich 1845, S. 54).
Bestände:C III 4
Level:Fonds
Ref. code AP:C III 4
 

Related units of description

Related units of description:Siehe:
KAT 255 Orts- und Sachregister zu den Urkunden Bauamt (C III 4), 1810-1839 (Dossier)
 

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