C III 14 Kyburg, Landvogtei, 1406-1803 (Fonds)

Archive plan context


Ref. code:C III 14
Title:Kyburg, Landvogtei
Inhalt und Form:Urkunden und Akten der Landvogtei Kyburg sowie des Rechenrates, die Landvogtei betreffend
Creation date(s):1406 - 1803
Number:258
Aktenbildner:Die Herrschaft Kyburg mit dem gleichnamigen Schloss, gelegen über dem Fluss Töss südlich von Winterthur, war die bedeutendste und grösste Landvogtei des alten Stadtstaates Zürich. Sie umfasste nördlich des Glatttales einen grossen Teil des Kantonsgebietes und erstreckte sich im Weinland bis an den Rhein, im Osten bis an die thurgauische Grenze. Endgültig an Zürich gelangte die Herrschaft Kyburg 1452. Sie war ein später nie mehr eingelöstes Pfand für die Geldsumme von 17'000 Gulden, die der österreichische Herzog Sigmund damals von der Stadt Zürich entlehnte.
Der Grösse und der Bedeutung dieser Herrschaft gemäss stammten die jeweiligen Landvögte auf der Kyburg aus den führenden Familien Zürichs. Sie sassen vor ihrer Wahl im Kleinen Rat oder bekleideten das wichtige Amt des Stadtschreibers, brachten somit Erfahrung in Regierungsgeschäften und Verwaltung mit auf die Kyburg.
Als Repräsentant der Landesobrigkeit nahm der Kyburger Landvogt die Huldigung der Untertanen entgegen, er leitete das Kyburger Vogteigericht (mit dem Recht, die Todesstrafe zu verhängen) und war Gerichtsherr von mehreren der niederen Gerichte in der Vogtei. In seinen Händen (unterstützt durch Unterbeamte) lagen sämtliche administrativen Geschäfte, die zu einer "guten Landespolizei" bzw. zur Landesverwaltung gehörten. Dazu gehörte auch die Ökonomie, also der Bezug von Abgaben sowie die Verwaltung des Schloss- und Vogteigutes.
Ihr Ende nahm die Landvogtei Kyburg mit der helvetischen Revolution von 1798. An ihre Stelle traten zunächst Distrikte, später Bezirke.
Fondsgeschichte:Wie die meisten Fonds der Archivabteilung C III stellt auch der Bestand C III 14 einen Mischfonds dar, herrührend aus zwei Provenienzen:
Die Nummern 1 bis 219 sind die Akten und Urkunden der obrigkeitlichen Rechenkanzlei (Finanzarchiv, Archiv des Rechenrates) in Zürich, die Landvogtei Kyburg betreffend. Sie wurden um 1790 gesichtet, geordnet und in Kopialbüchern abgeschrieben (heute B I 74 - B I 75).
Bei den Nummern 221 bis 255 handelt es sich um Akten aus dem Archiv der Landvogtei selbst. Sie wurden 1798/1799 von den helvetischen Behörden aus dem Schloss Kyburg nach Zürich verbracht und ins dortige "Land-Messungs-Büro" abgeliefert (daher der Stempel L.M.B. mit eigenen LMB-Nummern). Nach dem Ende der Helvetik gelangten die Unterlagen ins kantonale Finanzarchiv und wurden dort dem bestehenden Fonds "Kyburg" angegliedert.
Eine einzelne Nummer (Nr. 220) datiert von 1803 (Gutachten über ehemalige Rechte der Landvogtei).
Die Akten und Urkunden der ursprünglichen Rechenkanzlei sind einzeln nummeriert, jene aus dem Schloss Kyburg sind zumeist Betreffakten, also z. B. "Ein Paket Justizakten 1770-1795". Pergamenturkunden enthält der Fonds nur sieben, der Rest sind Papierakten. Die Unterlagen datieren aus dem beginnenden 16. Jahrhundert bis 1795; eine einzelne Urkunde stammt aus dem Jahr 1406 (Nr. 1), ein finanzrätliches Gutachten aus dem Jahr 1803 (Nr. 220). Daneben gibt es einige Abschriften von Urkunden, die bis 1315 zurückreichen (Nr. 193).
Zu beachten ist eine ältere Archivgeneration der Landvogtei Kyburg. Dieses ältere Kyburger-Archiv gelangte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, vermutlich aus der Kyburgischen Kanzlei Winterthur herrührend, ins Staatsarchiv (Signaturen B VII 21.71 - B VII 21.99) und ist als Vorläufer der Nummern 221 bis 255 des Fonds C III 14 zu betrachten.
Während die Nummern 1 bis 220 aus dem Finanzarchiv eher die ökonomisch-rechtlichen Seite der staatlichen Herrschaft zum Inhalt haben, geben die unmittelbar aus dem Schlossarchiv selbst stammenden Unterlagen (Nummern 221-255, B VII 21.71 - B VII 21.99) einen Einblick in die gesamte Verwaltung der Landschaft und der Gemeinden in der Landvogtei Kyburg.
Nach 1810 erstellte Finanzarchivar Jakob Christoph Kilchsperger zu allen Nummern des Fonds "Kyburg" Regesten und ordnete diese in einem Register nach Orts- und Sachtiteln (KAT 328). Diese Regesten wurden 2002 von Meinrad Suter (1933-2022), Hettlingen, - in mässiger Anpassung an die heutige Schreibweise - transkribiert. 2005 schliesslich erfolgte die Übernahme dieser Regesten in die Archivdatenbank des Staatsarchivs; gleichzeitig wurde der Fonds neu und archivgerecht verpackt, es wurden Gebrauchskopien erstellt und die vorstehende Einleitung (durch Meinrad Suter, StAZH) verfasst. Die Gliederungspunkte des Findbuches von Kilchsperger wurden als Schlagwörter aufgenommen und sind somit in der Recherche wieder herstellbar. Wo sich die Regsten zum selben Dokument unterschieden (wenn sie verschiedenen Gliederungspunkten angehörten), wurden diese zu einem Regest vereint.
Publications:An weiteren Quellen im Staatsarchiv zur Landvogtei Kyburg bis 1798 sind nebst dem Fonds C III 14 unter anderem zu konsultieren:
- KAT 325 - KAT 328
- A 131.1 - A 131.32 (Akten der Stadtkanzlei, 1281-1798)
- B I 74 - B I 75 (Kopiebücher zu C III 14, um 1795)
- B III 69 a - B III 69 f (Amtsbücher 15.-18. Jahrhundert)
- B VII 21.1 - B VII 21.142 (Gerichtsprotokolle, Missiven, Akten, Waisenbücher, Inventare und Kirchengutsrechnungen etc., 15.-18. Jahrhundert)
- B XI 20 und 21 (Kanzlei Kyburg und Kyburgische Kanzlei Winterthur, Grundprotokolle etc., 16.-18. Jahrhundert)
- F II a 252 - F II a 272 (Herrschaftsurbare, 15.-18. Jahrhundert)
- F III 19 (Rechnungen der Landvogtei Kyburg, 1524-1798)
- Escher, Johann Kaspar [1678-1762, Landvogt auf der Kyburg 1717-1723]. Bemerkungen über die Regierung der Grafschaft Kyburg. Mitgeteilt durch Friedrich Wyss. In: Archiv für Schweizerische Geschichte, Bd. 4, S. 278 ff., Bd. 5, S. 378 ff. Zürich 1846-1847.

An Literatur ist u. a. zu nennen:
- Museum Schloss Kyburg. Zeitspuren. 800 Jahre Leben auf der Kyburg. Katalog. Herausgabe und Gesamtredaktion: Dione Flühler-Kreis. Wetzikon 2000.
- Sommer, Max. Die Landvogtei Kyburg im 18. Jahrhundert. 2 Hefte. Zürich 1944 und 1947. (MAGZ. 34/1-2.)
- Weibel, Thomas. Der Kyburger Brauch. in: Zürcher Taschenbuch NF 118, 1998, S. 237-292.
- Weibel, Thomas. Was meldete ein Landvogt von Kyburg nach Zürich? Schriftverkehr zwischen Beat Holzhalb als Landvogt von Kyburg (1682-1688) und der Zürcher Regierung. Ein Beitrag zur Verwaltungsgeschichte des 17. Jahrhunderts, in: Zürcher Taschenbuch NF 120, 2000, S. 85-163.
Bestände:C III 14
Level:Fonds
Ref. code AP:C III 14
 

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