Schul- und Berufsbildungsheim Albisbrunn, 1839-2011 (Fonds)

Archive plan context


Title:Schul- und Berufsbildungsheim Albisbrunn
Inhalt und Form:Die Unterlagen des Schul- und Berufsbildungsheims bestehen hauptsächlich aus den so genannten Zöglingsdossiers von der Eröffnung des Heims 1925 bis 1960 sowie den Tagesberichten von 1925-1955. Daneben bilden die Protokolle des Stiftungsrates und des Betriebsausschusses einen zweiten Schwerpunkt. Ergänzt werden dieses Verwaltungsakten durch die Dokumentation der Kaltwasserheilanstalt Albisbrunn, die vor der Gründung des Schul- und Berufsbildungsheims von 1840-1890 in der Liegenschaft untergebracht war. Schliesslich enthält der Fonds noch einige Unterlagen, die aus der Zusammenarbeit des Heims mit der Pro Infirmis, dem Schweizerischen Hilfsverband für Schwererziehbare sowie verschiedener Institutionen resultierten.
Andere Namen:Landerziehungsheim Albisbrunn (bis mind. 1982), auch Landerziehungsheim der Stiftung Albisbrunn genannt
Schul- und Berufsbildungsheim Stiftung Albisbrunn
Creation date(s):1839 - 2011
Running meters:35.35
Number:1946
Aktenbildner:Die Stiftung Albisbrunn, als Trägerin des heutigen Schul- und Berufsbildungsheims Albisbrunn, wurde am 24.09.1924 von Prof. Dr. Heinrich Hanselmann und Dr. h. c. Walter Reinhart gegründet. Zweck war und ist es, wie es in der Stiftungsurkunde heisst, "einerseits einer Anzahl [von männlichen] Kindern, Jugendlichen, jüngeren Erwachsenen - ohne Ansehen der Konfession und Kantonszugehörigkeit -, deren seelisch Entwicklung und Erziehung durch individuelle und soziale Faktoren erschwert ist, die nach dem jeweiligen Stand der Wissenschaft und pädagogischen Praxis mögliche Hilfe angedeihen zu lassen". Andererseits sollte die Stiftung bei der praktischen Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern behilflich sein.
Im Frühjahr 1925 nahm das Landerziehungsheim Albisbrunn seinen Betrieb in der Liegenschaft der ehemaligen Kaltwasseranstalt Albisbrunn in Hausen am Albis auf, zunächst aus Heim und Schule bestehend. Seit 1926 existieren daneben verschiedene gewerbliche Betriebe (Landwirtschaft, Gärtnerei, Bäckerei, Holz- und Metallwerkstätten etc.). 1945 erfolgte ausserdem die Gründung des Eigenverlags Albisbrunn, der pädagogische Lehrschriften druckte und herausgab. Aktuell (Stand: Herbst 2014) gibt es neben der Schule die folgenden Arbeitsbereiche, in denen die Heimbewohner ausgebildet werden: Baubetrieb, Malerbetrieb, Maschinenbau, Metallbau, Druck- und Werbetechnik, Schreinerei, Spielwaren, Küche und Hauswirtschaft.
In den ersten Jahren konnten über 50 männliche Zöglinge im Heim untergebracht werden. Zu Höchstzeiten waren es bis zu 80 Knaben und männliche Jugendliche. 2011 gab es Platz für 58 junge Personen. Anfänglich reichte die Altersspanne der Untergebrachten von 12 (teilweise auch darunter) bis 20 Jahre. Ihr Aufenthalt dauerte im Schnitt 1 Jahr. In Fällen, in denen Betroffene sich bereits im Ausbildungsalter befanden, konnte eine Unterbringung auch länger sein. Die Einweisung erfolgte durch die Eltern der Jugendlichen oder durch öffentliche und nicht öffentliche Erziehungsstellen (Jugendanwaltschaft, Invalidenversicherung, etc.). Finanziert wurden der Aufenthalt und die Unterbringung primär durch Taggelder. Dieses Geld stammte von Eltern, Gemeinden, dem Kanton sowie von Spenden oder Stiftungen.
Wie in anderen Internatseinrichtungen setzte sich in Albisbrunn seit den 1960er ebenfalls die Idee durch, die Jugendlichen in kleinen Wohngruppen unter den Augen eines Erzieherehepaars zu erziehen und in Kleinklassen zu schulen. In der Gemeinschaft einer Gruppe, so die Vorstellung, sollten sich die Jugendlichen daheim fühlen, ihre Schwierigkeiten untereinander und gemeinsam mit den Erziehern lösen, um sich auf das Leben vorzubereiten. Dabei konnten sie auch die Hilfe eines psychiatrisch-psychologischen Dienstes in Anspruch nehmen.
Seit ihrer Gründung besteht die Stiftung Albisbrunn aus drei Organen: Dem Stiftungsrat, dem Betriebsausschuss und der Heimleitung. Der Stiftungsrat überwacht die Durchführung des Stiftungszwecks und wählt den Betriebsausschuss sowie die Heimleitung. Hierzu versammelt sich der Stiftungsrat mindestens einmal jährlich. Er bestand anfänglich aus mindestens elf Mitgliedern, ab 1930 aus 20 Mitgliedern, darunter auch Frauen. Der Betriebsausschuss bereitet die Geschäfte des Stiftungsrats vor und erlässt die vom Stiftungsrat zu genehmigenden Statuten und Reglemente. Er führt die Beschlüsse des Stiftungsrates aus und besteht aus höchstens sieben Mitgliedern, welche dem Stiftungsrat angehören können. Die Heimleitung führt das Wohnheim, die Schule und die Gewerbebetriebe. Der Heimleiter ist Vorsteher der Geschäftsleitung.
Wann der Name des Landerziehnungsheims Albisbrunn in Schul- und Berufsbildungsheim Albisbrunn geändert wurde, ist unklar. Die Umbenennung muss aber nach 1982 erfolgt sein, da bis zu diesem Zeitpunkt die Jahresberichte auf den Namen Landerziehungsheim Albisbrunn lauten.

Heimleiter:
1924-1929 Dr. Heinrich Hanselmann
1930-1953 Max Zeltner
1953-1956 Anny Zeltner
1956-1961 Dr. Kurt Meyer
1961-1989 Dr. Hans Häberli
1989-1998 Heinz Bolliger
1998-2006 Bastian Nussbaumer
seit 2006 Ruedi Jans

Benutzte Quellen und Literatur:
Fünf Jahre Albisbrunn 1925-1929, Grundsätzliches über Ziel und Organisation einer neuzeitlichen Erziehungsanstalt, Affoltern am Albis, 1930 (StAZH Bib. III Le 7 a 1)
Landerziehungsheim Albisbrunn, Neubau 1935, Affoltern am Albis, o. J. (StAZH Bib. III Le 7 a 1)
Landerziehungsheim Albisbrunn, Kilchberg, 1974 (StAZH Bib. III Le 7 a 1)
Andres Gloor: Schul- und Berufsbildungsheim Stiftung Albisbrunn. Eine unvollendete Entwicklungsgeschichte vom 24. September 1924 bis heute, Hausen am Albis, 2011 (StAZH W II 24.1858)
Fondsgeschichte:Die Unterlagen des Schul- und Berufsbildungsheims Albisbrunn wurden dem Staatsarchiv 2011 (Ablieferung 2011/068) von der Stiftung Albisbrunn geschenkt.
Die Protokolle des Stiftungsrates sowie des Betriebsausschusses, die Zöglingsdossiers und Tagesberichte wurden vollständig übernommen. Ebenfalls vollständig übernommen wurde die Dokumentation über die Kaltwasserheilanstalt Albisbrunn, die von 1840-1890 in der Liegenschaft untergebracht war. Von der Zusammenarbeit mit anderen Institutionen wurde eine Musterauswahl übernommen. Die abgelieferten Jahresberichte von 1925-1982, Jubiläumsschriften und Publikationen aus dem Verlag Albisbrunn wurden in die Druckschriftensammlung des Staatsarchivs überführt.
Die Erschliessung wurde unter der Leitung von Monika Rhyner von Judith Kälin und Barbara Brawand von Februar 2013 bis September 2014 vorgenommen. Der Fondsbeschrieb wurde von Jan Kiepe im November 2014 angefertigt.
Legal status:Stiftung
Access regulations:Es gelten die gleichen Einschränkungs- und Schutzfristen wie für staatliche Unterlagen.
Publications:Andres Gloor: Schul- und Berufsbildungsheim Stiftung Albisbrunn. Eine unvollendete Entwicklungsgeschichte vom 24. September 1924 bis heute, Hausen am Albis, 2011 (StAZH W II 24.1858)
Related material:Druckschriften wie Jahresberichte, Jubiläumsberichte und Publikationen (StAZH Bib. III Le 7 a 1)
Bestände:W II 24
Level:Fonds
Weblinks (Beschreibung):Die Website der Stiftung und des Schul- und Berufsbildungsheims Albisbrunn ist aufrufbar unter:
Weblinks:http://www.albisbrunn.ch/wp/
 

Usage

Permission required:[Leer]
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:[Leer]
 

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URL: https://suche.staatsarchiv.djiktzh.ch/detail.aspx?ID=1368069
 

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